Was ist Gyokuro-Tee?

June 30, 2020Elisa Fagone
Weiße Teetasse mit Gyokuro Tee

Gyokuro zählt zu den bekanntesten japanischen Teesorten und gilt als einer der hochwertigsten Grüntees überhaupt. Auch wenn er nicht so berühmt ist wie der in traditionellen japanischen Teezeremonien verwendete Matcha in Pulverform, gehört er aufgrund seines exzellenten Rufs und der begrenzten Verfügbarkeit zu den teuersten und außergewöhnlichsten Tees Japans.

Übersetzt bedeutet Gyokuro (玉露) „edler Tautropfen“.


Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Gyokuro ist ein hochwertiger japanischer Grüntee aus der Frühjahrsernte und bedeutet übersetzt „edler Tautropfen“.

  • Vor der Ernte werden die Teepflanzen mehrere Wochen beschattet, wodurch mehr Chlorophyll und Theanin entstehen[1] – das sorgt für Süße und intensives Umami.

  • Die traditionelle Herstellung durch Dämpfen und schonendes Trocknen bewahrt das frische, tiefgrüne Aroma.

  • Gyokuro wird besonders konzentriert zubereitet: wenig Wasser, niedrige Temperatur (ca. 50 °C) und viel Blatt für eine intensive, aromatische Essenz.


Das Besondere an Gyokuro-Tee

Das Besondere an Gyokuro liegt vor allem in den zarten, jungen Blattknospen, die ausschließlich im Frühling geerntet werden. Wie in vielen Teeanbauländern entstehen auch in Japan die hochwertigsten Tees während der Frühjahrsernte. Die ersten Sprossen nach der Winterruhe sind weltweit für ihren komplexen Geschmack und ihre natürliche Süße geschätzt.

Gyokuro wird durch seine spezielle Anbau- und Verarbeitungsmethode definiert, die ihn deutlich von anderen Grüntees – sowohl aus Japan als auch aus anderen Ländern – unterscheidet.

Die Produktion von Gyokuro

Das wichtigste Merkmal von Gyokuro ist der Schattenanbau. Meist rund 20, teilweise bis zu 30 Tage vor der Ernte werden die Teepflanzen abgedeckt – etwa mit Netzen, Schilfmatten oder Stroh. Die Beschattung wird dabei schrittweise verstärkt, bis kurz vor der Ernte nur noch etwa 10 Prozent des Sonnenlichts die Pflanzen erreichen[2].


In größeren Betrieben werden die Abdeckungen über Gerüste gespannt, sodass die Pflanzen weiterhin gut gepflegt werden können. Auf kleineren Parzellen werden die Tücher direkt über die Pflanzen gelegt und täglich zur Pflege zurückgerollt. Bei besonders hochwertigen Qualitäten wie unserem Hon Gyokuro Kusanagi kommen traditionelle Reisstrohmatten zum Einsatz – bei ihm knapp 21 Tage lang.

Durch die starke Beschattung verändert sich der Stoffwechsel der Pflanze: Sie bildet mehr Chlorophyll und mehr von der Aminosäure Theanin, dafür weniger herb-bitter schmeckende Catechine[1][2]. Theanin trägt maßgeblich zur ausgeprägten Süße und zum charakteristischen Umami-Geschmack bei.


Nach der Ernte werden die Blätter traditionell gedämpft und schonend getrocknet. Im Gegensatz zur chinesischen Röstung von Grüntees bleibt so der hohe Chlorophyllgehalt erhalten. Das Ergebnis ist ein intensiver, tiefgründiger und ausgeprägt umami-betonter Tee. Dieses komplexe Geschmacksprofil erfordert jedoch große Präzision bei der Zubereitung – zu hohe Temperaturen oder zu lange Ziehzeiten verzeiht Gyokuro nicht.

Traditionelle Zubereitung von Gyokuro-Tee

Die japanische Art der Zubereitung mag für uns im Westen zunächst ungewohnt wirken. Gyokuro wird mit sehr wenig Wasser, aber relativ viel Blattmaterial aufgegossen.

Während japanischer Grüntee generell konzentrierter zubereitet wird, wird dieses Prinzip beim Gyokuro auf die Spitze getrieben. Es werden lediglich 40 bis 60 ml Wasser verwendet – das Ergebnis sind nur wenige Schlucke, die jedoch äußerst intensiv schmecken. Diese sogenannte Gyokuro-Essenz ist eine wahre Umami-Bombe und voller Aroma.

Gyokuro wird nicht getrunken, um den Durst zu stillen, sondern um jede Nuance bewusst zu genießen. Etwas alltagstauglicher: Für unseren Hon Gyokuro Kusanagi empfehlen wir in der Kyusu 4 g Teeblätter auf 100 ml Wasser bei 50 °C.


Kleiner Guide zur traditionellen Zubereitung:

  • 40–60 ml Wasser

  • Wassertemperatur von 50 °C oder weniger

  • 6 g Teeblätter

  • Zubereitung idealerweise in einer japanischen Einhandkanne


Qualität und Besonderheit

Wie bei vielen hochqualitativen Teesorten ist es nicht immer leicht, die Authentizität oder Qualität von Gyokuro ohne direkte Verbindung zu spezialisierten Farmen zu überprüfen.

Wir sind daher besonders froh, einen so exzellenten Gyokuro in unserem Sortiment anbieten zu können und hoffen, dass noch mehr Menschen diesen außergewöhnlichen Geschmack für sich entdecken. Wer es etwas milder mag, probiert unseren ebenfalls vor der Ernte beschatteten Kabuse Sencha Superior.


Hast du Gyokuro-Tee schon einmal probiert?


Quellen

  1. Chen X. et al.: Effect of Shading on the Morphological, Physiological, and Biochemical Characteristics as Well as the Transcriptome of Matcha Green Tea. International Journal of Molecular Sciences 23(22), 14169 (2022). doi.org
  2. Wikipedia: Gyokuro (abgerufen 2026). en.wikipedia.org

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